Black Abstract Background
Black Abstract Background

MEMOIR STORIES

HELDEN - DYNAMIT

Abenteuerlustig

Schulabbrecher, Autofahrer ohne Führerschein und jede Menge Spass – so sah Jochen Rindts Jugend aus. Geboren in Deutschland und aufgewachsen bei seinen Grosseltern in Österreich, bewies Rindt schon früh sein Können am Steuer. Zusammen mit Helmut Marko nahm er an illegalen Nachtrennen teil, bis der spätere Talentscout von Red Bull den Wagen seines Vaters zu Schrott fuhr. Doch ihre Freundschaft führte zum Erfolg. Rindt feierte erste Siege, und die Formel 2 wurde seine große Bühne. Im Wettbewerb mit den talentiertesten FORMEL-1-Fahrern seiner Zeit glänzte Jochen und gewann im Laufe seiner Karriere 29 Rennen. Bei den 24 Stunden von Le Mans 1965 gelang ihm und seinem Teamkollegen Masten Gregory ein beeindruckendes Comeback. Das Duo gewann in einem leistungsschwachen Auto und versetzte alle in Staunen.

Geschwindigkeit und Preis

Furchtlos und schnell – das war Jochen Rindt in Kürze. Von seinem FORMEL-1-Debüt 1964 bis zu seiner ersten vollen Saison 1965 wurde sein Fahrstil von der Presse gelobt. Nach vier Jahren hatte er jedoch weder mit Cooper noch mit Brabham einen Sieg errungen. Daher traf er 1969 die Entscheidung seines Lebens, zu Lotus zu wechseln. Colin Chapmans Team war zwar im Rennen um Siege, hatte aber einen gravierenden Mangel: Die Wagen waren fragil und gefährlich. Rindt betrachtete die Partnerschaft als rein kommerziell, hatte kein Vertrauen in das Team und sagte: „Bei Lotus kann ich entweder WELMEISTER werden oder sterben.“ Bereits im zweiten Saisonrennen erlitt er bei einem Unfall, bei dem auch zwei Streckenposten verletzt wurden, einen Nasenbein- und Kieferbruch sowie eine Gehirnerschütterung. Rindt war wütend auf Chapman und erwog angesichts der zunehmenden Risiken mit schnelleren Fahrzeugen, seine Karriere zu beenden.

Danke

Schliesslich feierte der Österreicher in Watkins Glen seinen ersten Triumph. 1970 begann als Achterbahnfahrt. Von vier GRAND PRIX beendete er nur einen und gewann ihn. Anschliessend konnte er das Potenzial des neuen Lotus 72 voll ausschöpfen. Vier Siege in Folge ebneten ihm den Weg zum Titelgewinn auf heimischem Boden. Er schied zwar aus dem Rennen aus, erhielt aber in Monza eine weitere Chance. Im Qualifying, beim Anbremsen für die Parabolica, krachte Rindt plötzlich in die Leitplanke. Die Lenksäule zerquetschte sein Brustbein, und die sich lösenden Sicherheitsgurte schnitten ihm in die Kehle. Er starb wenige Minuten später. Als Ursache der Tragödie wurde ein Bremsversagen festgestellt, durch das Rindt die Kontrolle über den Wagen verlor. Im turbulenten Verlauf der Meisterschaft hätte nur Jacky Ickx die Führung in der Gesamtwertung übernehmen können, doch er erzielte nicht die nötigen Ergebnisse. Jochen Rindt ist der einzige Fahrer, der posthum zum FORMEL-1-WELTMEISTER gekrönt wurde. Jochen war, zusammen mit Jackie Stewart und Joakim Bonnier, ein lautstarker Verfechter der Sicherheit im Motorsport. Sein Spitzname „Dynamit“, der sich auf seinen kraftvollen rechten Fuss bezog, spiegelte perfekt seinen explosiven Fahrstil wider, der den Aufstieg des österreichischen Motorsports prägte.
WYSIWYG Web Builder

© MICHAEL MONTAGNA 2026