









Erfolgreicher Start
Collins gab sein Motorsportdebüt mit 18 Jahren, nachdem ihm seine Eltern einen Cooper gekauft hatten. Der Wendepunkt kam, als er John Wyer, den Teamchef von Aston Martin, kennenlernte. Peter ergatterte eine Testfahrt. Dabei hatte er doppeltes Glück, denn das HWM Formel-2-Team war zufällig ebenfalls vor Ort. Am Ende des Tages hatte Collins zwei Verträge in der Tasche. Seine Formel-2-Karriere verlief positiv, wenn auch nicht gerade glanzvoll. Im Sportwagenbereich hingegen triumphierte Peter. Zwei Jahre in Folge gewann er die 24 Stunden von Le Mans in seiner Klasse am Steuer eines DB3S. Er errang auch Siege bei prestigeträchtigen Rennen mit Vanwall, Maserati und Mercedes. Die Königsklasse des Motorsports brachte ihm jedoch keine Erfolge; nach vier Saisons war sein einziger Höhepunkt ein einziger Sieg in einem Rennen ohne Meisterschaftsstatus.
Der Gentleman-Auftritt
Dennoch überzeugten all seine Erfolge den grössten Namen: Ferrari. Anfang 1956 wurde Collins Vizemeister und gewann in Belgien und Frankreich. Dies führte ihn an die Spitze der Gesamtwertung. Abseits der Rennstrecke genoss Peter hohes Ansehen bei Enzo Ferrari. Dessen Sohn Dino war im Laufe des Jahres verstorben, und Collins, der sich dem italienischen Lebensstil angepasst hatte, wurde als Familienmitglied betrachtet. Beim GROSSEN PREIS VON ITALIEN 1956 konnte ein Sieg den Titel sichern. Nach Juan Manuel Fangios Ausfall wurde diese Möglichkeit Realität. Dann folgte die unerwartete Geste: Fangio war Ferraris Nummer-eins-Fahrer, und Collins übergab ihm seinen Wagen. Dies war nach dem damaligen Reglement erlaubt, und die Punkte wurden gleichmässig aufgeteilt. Der Argentinier belegte den zweiten Platz und sicherte sich seinen vierten Titel. Fast zu Tränen gerührt lobte er Collins' Sportsgeist, und der Brite bemerkte, dass er mit nur 24 Jahren noch viele Chancen vor sich habe.
Thank you
1957 begannen interne Rivalitäten aufzukommen. Neuzugang Mike Hawthorn freundete sich eng mit Peter an, der inzwischen ebenfalls geheiratet hatte. Die britischen Fahrer einigten sich darauf, ihre Preisgelder zu teilen. Teamkollege Luigi Musso war nicht Teil der Vereinbarung. Hawthorn spielte eine noch grössere Rolle bei der Sicherung von Collins' Platz im Team. Seine Position war ernsthaft gefährdet gewesen, nachdem Ferrari seinen Playboy-Lebensstil scharf kritisiert hatte. Das Duell zwischen den dreien, so hart umkämpft es auch war, endete 1958. Musso starb bei einem Rennunfall in Frankreich, als er gegen einen Baum prallte. Peter gewann das darauffolgende Rennen in Grossbritannien, doch Ferrari erlitt eine weitere Tragödie. Collins verlor am Sonntag die Kontrolle über seinen Wagen und prallte gegen einen Baum, kaum einen Monat nach Mussos Tod. Er erlag noch am selben Nachmittag seinen schweren Kopfverletzungen. Schliesslich gewann Hawthorn am Ende des Jahres die Weltmeisterschaft und beendete emotional am Boden zerstört seine Karriere. Drei Monate später verstarb er bei einem Verkehrsunfall.
Peter Collins' einzigartige Geste sticht im harten, aber menschlichen FORMEL-1-Rennsport hervor.



