Mika Häkkinen sass im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal hinter dem Steuer eines Karts und lernte mit acht Jahren das Fahren auf Eis. Dort meisterte er kunstvolle Kurventechniken wie den „Scandinavian Flick“, für den er bis heute bewundert wird. Im Kartsport sammelte er einen Titel nach dem anderen und in der Formel Ford 1600 wurde er 1987 bester nordischer Fahrer und gewann 1988 zwei weitere Meisterschaften. Nun war es Zeit für die Formel 3. 1990 sicherte er sich den Titel vor seinem Freund und Landsmann Mika Salo. Beim prestigeträchtigsten Nachwuchsprogramm der Rennsportwelt in Macau trifft Häkkinen auf den aufstrebenden Deutschen Michael Schumacher. Mika gewinnt das erste Rennen, scheidet jedoch im zweiten nach einer Berührung mit seinem Rivalen aus.
Ein rasanter Aufstieg an die Spitze
Seinen Durchbruch in der FORMEL 1 schafft er bei Lotus. Trotz der mangelnden Leistung und Zuverlässigkeit seines Wagens erkennt McLaren sein Talent. Häkkinen muss sich jedoch zunächst mit der Rolle des Ersatzfahrers begnügen. Mika erhält endlich seine Chance, als Mario Andrettis Sohn Michael drei Rennen vor Schluss gefeuert wird. In seinem ersten Qualifying im MP4/8 schlägt Mika Häkkinen den dreimaligen WELTMEISTER Ayrton Senna. Als Senna ihn nach seinem Zeitgewinn fragt, antwortet der Rookie scherzhaft: „Ich hatte die Eier.“ Daraufhin spricht der Brasilianer zwei Wochen lang nicht mit ihm. In Japan steht Mika zum ersten Mal auf dem Podium und belegt den dritten Platz. Beim letzten Rennen in Australien entsteht dann der berühmte Spitzname seiner Karriere. Als sein McLaren über den Randstein springt und in die Luft steigt, wird der Moment verewigt. Häkkinen signiert stolz das Foto und wird so zum „Fliegenden Finnen“. Für McLaren fährt Häkkinen in den folgenden zwei Saisons neun Podiumsplätze. Vor dem letzten Rennen 1995, schaut er zuversichtlich auf Verbesserungen im kommenden Jahr.
Risiko hautnah
Freitagstraining, Adelaide, Australien. In der Anfahrt auf Kurve 10, die schnellste des Stadtkurses, verliert der linke Hinterpneu Luft. Häkkinen wird in die Reifenstapel geschleudert und bleibt bei Bewusstsein, ist aber bewegungsunfähig. Die Ärzte führen blitzschnell eine Tracheotomie durch, woraufhin er das Bewusstsein verliert. Er fällt ins Koma und erwacht am nächsten Tag im Royal Adelaide Hospital. Dort werden ein Schädelbruch, ein Jochbeinbruch, eine Schnittwunde an der Zunge und ausgeschlagene Zähne festgestellt. Nach mehreren grösseren Operationen und Behandlungen, die letzte davon in England, kehrt Mika nach Hause zurück. Zwei lange Monate sind vergangen, und körperlich ist er völlig ausser Form. Wird er noch Rennen bestreiten können? Häkkinen will es. Jetzt in einem Top-Team, kommt es nicht in Frage, all die bisherige harte Arbeit aufzugeben. McLaren ruft ihn an, und Mika sagt ja. Der bevorstehende Test auf dem Circuit Paul Ricard wird entscheiden, ob der fliegende Finne seinen Traum vom WELTMEISTERTITEL weiterverfolgen kann.