









Schnee und Rennstrecken
Schon in jungen Jahren fuhr Gilles Villeneuve Schneemobil und gewann damit den Weltmeistertitel. Gleichzeitig entdeckte er eine weitere Leidenschaft: das Rennfahren. Der Kanadier machte sich schnell in den Formelklassen einen Namen, und erste Sponsoren halfen ihm, sich in den Rängen nach oben zu arbeiten – ein Prozess, der beim GRAND PRIX DE TROIS-RIVIÈRES seinen Höhepunkt fand. An dem Rennen nahmen auch Formel-1-Stars wie James Hunt teil. Gilles gewann, und der Brite wurde auf ihn aufmerksam. Dies gab Villeneuve die Chance, sein Talent bei McLaren beim BRITISH GRAND PRIX 1977 auf der grossen Bühne zu beweisen. Er war im Warm-up der Schnellste und belegte trotz technischer Probleme den 11. Platz, wofür er zum Fahrer des Tages gekürt wurde. Diese herausragende Leistung weckte das Interesse von Ferrari, die Villeneuve für die letzten beiden Rennen des Jahres verpflichteten.
Wird die Karriere gekrönt?
Doch sein risikofreudiger und -reicher Fahrstil wurde nicht immer belohnt. In Japan kollidierte Villeneuves Wagen mit Ronnie Peterson und landete in der Zuschauermenge. Zwei Menschen starben, zehn wurden verletzt. Trotz heftiger Kritik bestätigte Enzo Ferrari seinen Platz im Team. Weitere schwache Leistungen verstärkten das Misstrauen. Doch anfängliche Verbesserungen führten zu einem neuen Vertrag. Beim ersten GRAND PRIX im Québec, Villeneuves Heimatregion, gewann er und feierte mit Bier auf dem Podium – als bisher einziger Fahrer. 1979 setzte er seine Entwicklung erfolgreich fort, verpasste aber die Meisterschaft an seinen Teamkollegen Jody Scheckter. Die Saisons 1980 und 1981 wurden durch die mangelnde Leistung des Wagens stark beeinträchtigt, was ihn jedoch nicht daran hinderte, legendäre Duelle zu liefern.
Merci
Am bekanntesten ist sein Kampf mit René Arnoux in Frankreich, wo beide sich verbremsten, kollidierten und mit bewundernswerter Klasse auf der Strecke blieben. Villeneuves Siege in Monaco und Spanien 1981, trotz eines unterlegenen Wagens, unterstrichen sein Können. Doch die Karriere fand am 8. Mai 1982 ein jähes Ende. Im Qualifying zum GROSSEN PREIS von Belgien kollidierte Gilles mit dem langsam fahrenden Jochen Mass. Der Kanadier krachte in den March, der Ferrari stieg in die Luft. Durch die entstehende kinetische Energie wurde Villeneuve beim Aufprall auf die Strecke aus seinem Wagen geschleudert, verlor Helm und Schuhe und erlitt schwerste Verletzungen. Er prallte gegen die Leitplanke, zeigte keine Lebenszeichen und erlag noch am selben Tag seinen Verletzungen an Wirbelsäule und Kopf. Die trauernde Motorsportwelt ehrte ihn als den Fahrer mit grösstem Talent, welches sich seiner Menschlichkeit näherte. Er eroberte die Herzen der Tifosi, und dort lebt sein Andenken bis heute fort. Schliesslich erfüllte sein Sohn Jacques 1997 mit Williams den Traum von der Meisterschaft, und der Circuit de Montréal wurde nach Gilles benannt. L'Aviatore, wie er aufgrund seiner schwebenden Unfälle genannt wurde, bleibt der Fahrer, der die Leidenschaft der FORMEL 1 verkörpert.



